Vertagtes Erbe? Kolonialismus gestern und heute: 4. internationales Symposium des Goethe-Instituts und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin

In der aktuellen Diskussion über den Umgang mit kolonialem Erbe stehen unrechtmäßig angeeignete Objekte und Human Remains in europäischen Museen und Sammlungen im Vordergrund. Das Symposium „Vertagtes Erbe? Kolonialismus gestern und heute“ des Goethe-Instituts und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz plädiert anhand von Fallbeispielen aus China, Lateinamerika, Ozeanien und Namibia für eine Erweiterung der Perspektive. Vom 22. bis 23. November 2018 treffen internationale Museumsexpertinnen und –experten in Berlin aufeinander, um aus ihrer Praxis zu berichten und mögliche Handlungsoptionen zu diskutieren.

Viele ehemalige kolonisierte Gebiete sind durch die frühere Fremdherrschaft in sprachlich, wirtschaftlich und kulturell bedingte Strukturen eingebunden, die bis heute ihre Innen- und Außenpolitik stark beeinflussen. Während in Europa die Rückgabe kultureller Objekte im Zentrum der Diskussion steht, stellen sich an deren Herkunftsorten ganz andere Fragen. Diese haben mit der Reibung zwischen einer globalen Ökonomie und regional spezifischen Zuständen zu tun, welche wiederum auf die koloniale Vergangenheit zurückzuführen sind. Dabei zeigt die aktuelle kulturpolitische Diskussion die Dringlichkeit einer Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Perspektiven und der Frage, wie Museen und Sammlungen darauf reagieren sollen.

Am 22. und 23. November sind mehr als 20 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen, Ländern und Interessensgruppen in den Museen Dahlem zu Gast, darunter Okwui Enwezor (NIG), Richard Drayton (UK), Nydia Gutierrez (COL), Monica Hanna (EGY), Chika Okeke-Agulu (USA), Nzila Marina Libanda (NAM) und Edmundo Pereira (BRA). In Workshops und in einer öffentlichen Abendveranstaltung diskutieren sie über das Verhältnis von Sammlungsgeschichten und Macht, über Restitution und Provenienz, und sie entwerfen neue kollaborative Praktiken im Umgang mit kulturellem Erbe. Fallbeispiele aus China, Ozeanien, Lateinamerika und Namibia verdeutlichen dabei die Komplexität des Themas, vor allem wenn unter Erbe nicht nur die Archivierung und Präsentation von Objekten, sondern auch die Übernahme von Verantwortung für in der Vergangenheit verübtes Unrecht verstanden wird.

Das 4. Symposium ist die Fortsetzung einer 2013 vom Goethe-Institut und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz begonnenen Reihe von Arbeitstreffen zu Fragen der Museologie, kuratorischen Praxis und Sammlungspolitik, die zuvor in São Paolo, Johannesburg, Sydney, Vanuatu und Wellington stattfanden.

4. Internationales Symposium:
Vertagtes Erbe? Kolonialismus gestern und heute

Datum: 22. und 23. November 2018

Ort: Museen Dahlem – Staatliche Museen zu Berlin, Lansstr. 8, 14195 Berlin

Das Symposium (22.11., 9.30 bis 17 Uhr und 23.11., 10 bis 18.30 Uhr) ist öffentlich und findet in englischer Sprache statt.

Die Teilnahme ist nur möglich nach Voranmeldung bis 20.11. unter: direktion-em@smb.spk-berlin.de; Die Abendveranstaltung am 22.11. ist öffentlich und ohne Voranmeldung möglich, mit Simultanübersetzung deutsch/englisch.

Presseakkreditierung und Interviewwünsche richten Sie an: Hannah Cuvalo, hannah.cuvalo@goethe.de

PROGRAMM (ÄNDERUNGEN VORBEHALTEN)

Donnerstag, 22. November 2018 (Teilnahme nur nach Voranmeldung)

09.15 Uhr: Registrierung

09.45 Uhr: Begrüßung durch Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts.

10.15 bis 12.15 Uhr: Session I COLLECTING AND ITS RELATION TO POWER. Mit Yannis Hamilakis (USA), Monica Hanna (Ägypten), Philip Jones (Australien) und Edmundo Pereira (Brasilien).

12.30 bis 13.30 Uhr: Break Out Session A. Mit Barbara Plankensteiner (Hamburg).

14.30 bis 16.30 Uhr: Session II OPENING A DIALOGUE: DEFINING COLONIAL INJUSTICE IN CHINA. Mit Susanne Knödel (Hamburg), Hua Chang (China), Shuzhong He (China), Shouyong Pan (China), Zichao Yan (China), Christine Howald (Berlin).

Abendveranstaltung (ohne Voranmeldung)

19.00 Uhr: Einlass

19.30 bis 19.45 Uhr: Begrüßung durch Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, und Lars-Christian Koch, Direktor für die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum. Deutsch mit Simultanübersetzung ins Englische.

19.45 bis 21 Uhr: Podiumsdiskussion HERITAGE DEFERRED? COLONIALISM’S PAST AND PRESENT. Mit Okwui Enwezor (per Videoschaltung), Chika Okeke-Agulu, Barbara Plankensteiner und Ema Tavola. Moderiert von Susanne Leeb. Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche.

FREITAG, 23. November 2018 (Teilnahme nur nach Voranmeldung)

09.30 Uhr: Registrierung

10 bis 12 Uhr: SESSION III NAMIBIA: COLONIAL INJUSTICE AND CONTEMPORARY POLITICS. Mit Raphael Gross (Berlin), Goodman Gwasira (Namibia), Bennett Kangumu (Namibia), Nzila Marina Libanda (Namibia), Thomas Schnalke (Berlin).

12:15 bis 13:15 Uhr: Break Out Session B. Mit Edmundo Pereira (Brasilien)

14:15 bis 16:15 Uhr: Session IV MATERIALITIES, COLONIAL AND POST-COLONIAL NARRATIVES. Mit Richard Drayton (UK), Nydia Gutierrez (Kolumbien), Chika Okeke-Agulu (USA), Ema Tavola (Fidschi)

16.30 bis 18.30 Uhr: Abschlusspanel A QUESTION OF TIME: COMING TO TERMS WITH THE COLONIAL ERA. Ergebnisse und Perspektiven. Mit Susanne Leeb (Lüneburg), Eva Bentcheva (München), Larissa Förster (Berlin), Christine Howald (Berlin) u.a.

 

Das vollständige Programm sowie weitere Informationen finden Sie unter:

www.goethe.de/veranstaltungen

Das Symposium „Vertagtes Erbe? Kolonialismus gestern und heute“ ist eine Veranstaltung des Goethe-Instituts und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Partner: Technische Universität Berlin.

Kontakt:

Dr. Jessica Kraatz Magri
Pressesprecherin und
Bereichsleiterin Kommunikation
Goethe-Institut e.V.
Jessica.KraatzMagri@goethe.de

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Hannah.cuvalo@goethe.de

Ingolf Kern
Dr. Stefanie Heinlein (Stv.)
Pressestelle
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
pressestelle@hv.spk-berlin.de