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Datum/Zeit
30.03.2017
Ganztägig

Veranstaltungsort
Ifa Galerie
Linienstr. 139/140
10115 Berlin


ERÖFFNUNG
UNTIE TO TIE – On Colonial Legacies and Contemporary Societies
Chapter 1 Kolmanskop Dream
Donnerstag, 30. März 2017, 19 Uhr

Einführung
Mit dem einjährigen Forschungs- und Ausstellungsprogramm „UNTIE TO TIE – On Colonial Legacies and Contemporary Societies“ widmet sich die ifa-Galerie Berlin den Schnittstellen zwischen künstlerischen und gesellschaftlichen Diskursen über koloniale Strukturen in zeitgenössischen Realitäten. Dabei wird die Galerie zu einem Treffpunkt, der die Begegnung von Geschichten anregt – seien sie erzählt, geschrieben gestaltet oder performt.
Das Programm erforscht unbewusste und verborgene Aspekte kolonialer Einflüsse auf den Alltag und enthüllt dabei unerwartete Resonanzen.
In vier Kapiteln werden von März 2017 bis März 2018 die kolonialen Vermächtnisse in gegenwärtigen Gesellschaften behandelt: hinsichtlich globaler Verbundenheit, urbaner Kulturen, Formen des Feminismus und des Aufstands als Widerstand. Um mehr Raum für diesen Austausch zwischen subjektiven Positionen zu schaffen, entwickelt die ifa-Galerie Berlin eine neue Struktur, die auf drei Säulen gründet: der „Kunst im Dialog“, einem öffentlichen Programm in Austausch mit den jeweiligen Ausstellungen, dem „Treffpunkt“ mit einer Lese- und Hörstation und der „Digitalen Plattform“: untietotie.org

Ausstellung
Die Ausstellung des ersten Kapitels widmet sich dem Künstler Pascale Marthine Tayou. Mit seiner Einzelausstellung „Kolmanskop Dream“ schafft Tayou eine mentale Skulptur der Stadt Kolmanskop, einer ehemaligen deutschen Kolonie und heutigen Geisterstadt in der Namib-Wüste und fragt, ob das Argument der Stärksten immer das Beste ist („La raison du plus fort est-elle toujours la meilleure?“). Heute sind die Häuser in Kolmanskop vom Sand der Wüste verschluckt, aber unter dem Sichtbaren und Offensichtlichen existieren noch immer die verborgenen kolonialen Strukturen in Form von Erinnerungen, Wissensbeständen, sozialen und kulturellen Beziehungen, Denkweisen und Praktiken.
Tayou verwebt vergessene Geschichten, verborgene Erinnerungen und zeitgenössische Phantasien. Er untersucht die kolonialen Wunden und deren heutige Topographien sowie ihre Plätze in unseren individuellen und kollektiven Erinnerungen.
Der Künstler spielt mit exotisierenden Stereotypen und spiegelt den Blick auf Afrika zurück. Beispielsweise lässt er Kristallmasken von seiner Installation „Zweige des Lebens“ von der Decke der Galerie hängen und bezieht sich damit auf die afrikanischen Masken, die im Westen verbreitet sind und die, wie er es beschreibt, als imaginierte Güter, als „Voodooisierung des Alltags“(1) fungieren.
Mit seinen Installationen erschüttert Tayous lautes Lachen die kolonialen Mauern und zeigt, dass das Argument der Stärksten nicht unweigerlich das Beste ist. Da jeder von uns, jenseits der kolonialen Trennung, die Ganzheit der Welt in sich trägt, kann es den immer Stärksten gar nicht geben.

(1) The voodooization of everyday life: Pascale Marthine Tayou by Gemma Rodriguez, “World Share” Flower Museum UCLA

Veranstaltungen (Auswahl)
Das aktualisierte Veranstaltungsprogramm befindet sich online unter www.untietotie.org


In den Kalendar 2017-03-30 2017-03-30 Europe/Berlin Untie to Tie – On Colonial Legacies + Contemp. Societies https://menschenbewegen.jetzt Ifa Galerie info@menschenbewegen.jetz