„Tashweesh“-Festival bringt feministische Positionen aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten zusammen

„Tashweesh“ bezeichnet im Arabischen das Hintergrundrauschen bei einem Telefongespräch oder das Getöse in einer Menschenmenge. Auch der Feminismus ist geprägt von unterschiedlichen Positionen. Über diese wird in arabischen Ländern genauso diskutiert wie in Europa. Mit der multidisziplinären Veranstaltungsreihe „Tashweesh“ des Goethe-Instituts wollen internationale Denkerinnen und Künstler die Vielzahl feministischer Stimmen aus dem Nahen Osten, Nordafrika und Europa sichtbar machen und stereotype Geschlechterbilder zur Diskussion stellen. Den Auftakt macht das Festival vom 17. bis zum 27. Oktober im Brüsseler Theaterhaus Beursschouwburg, um dann weiter nach Kairo (6. bis 12. November), Beirut (15. bis 17. November) und Tunis (6. bis 8. Dezember) zu ziehen.

Das westliche Bild arabischer Frauen bleibt oft auf Kopftuch- und Burka-Klischees beschränkt. Wie können wir die Polarisierung zwischen dem „aufgeklärten Westen“ auf der einen und den „rückständigen arabisch-muslimischen Gesellschaften“ auf der anderen Seite aufbrechen? Wie können wir die stereotypen Bilder, die sich hartnäckig halten, künstlerisch und diskursiv ins Wanken bringen? Diesen Fragen gehen die Goethe-Institute Brüssel und Kairo mit der Veranstaltungsreihe „Tashweesh“ nach. Internationale Künstlerinnen und Denker wollen mit Performances, Gesprächsrunden, Workshops, Konzerten, Lesungen und Klubnächten in Brüssel, Kairo, Tunis und Beirut einem länderübergreifenden Gender-Diskurs Raum geben und Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer feministischen Ansätze und künstlerischen Arbeiten diskutieren.

Den Auftakt macht „Tashweesh“ vom 17. bis 27. Oktober 2018 in dem multidisziplinären Theaterhaus Beursschouwburg in Brüssel. Zum Programm zählt unter anderem eine Gesprächsrunde, bei der die deutsche Herausgeberin des Missy Magazines Sonja Eismann, die ägyptische Dokumentarfilmerin Salma El Tarzi, die französische Soziologin Malika Hamidi und die ägyptische Professorin Dina Makram Ebeid über blinde Flecken und doppelte Standards in feministischen Debatten diskutieren (18. Oktober, 19 Uhr). Die deutsche Musikgruppe „Boiband“ bricht mit ihrem performativen Konzert mit hetero-normativen Männlichkeitsbildern und setzt sich mithilfe von elektronischen Beats für die Rechte von Trans-Menschen ein (19. Oktober, 22 Uhr). In der Performance „Farci.e“ des/r iranischen Künstlers/in Souror Darabi geht es um die Auflösung von Geschlechter-Zuschreibungen und die autoritäre Position, die Sprache in diesem Prozess einnimmt. Darabi beschreibt in diesem androgynen Solo, wie er/sie beim Tanz-Studium in Montpellier plötzlich gezwungen war, sprachlich und in seiner/ihrer künstlerischen Ausbildung zwischen männlich und weiblich zu unterscheiden – denn in seiner/ihrer Muttersprache Farsi existieren keine Geschlechter (20. Oktober, 20.30 Uhr).

Weiter fortgesetzt wird das „Tashweesh“-Festival vom 6. bis zum 12. November in Kairo. Dort präsentiert unter anderem die ägyptische Regisseurin Laila Soliman ihre neueste Arbeit „Museum of Lungs“, die die Prekarität von Körpern in Bezug auf Geschlecht und Hautfarbe thematisiert. In diskursiven Veranstaltungen setzen sich Nikita Dhawan, Dina Makram Ebeid und Iman Mersal mit der Frage auseinander, wie in Europa und südlich des Mittelmeers über Feminismus und Frauenrechte nachgedacht wird. Ein Poetry-Slam-Abend präsentiert junge Stimmen aus der Region von Tunesien bis in den Libanon und die palästinensische Oud-Spielerin und Sängerin Huda Asfour gestaltet den Abschlussabend. Ausschnitte des Programms werden im Anschluss vom 15. bis 17. November 2018 in Beirut und vom 6. bis 8. Dezember 2018 in Tunis zu sehen sein.

Das vollständige Programm zum Festival in Brüssel finden Sie unter:
www.goethe.de/belgien/tashweesh

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.goethe.de/aegypten
www.goethe.de/belgien

„Tashweesh“ ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut Brüssel, dem Goethe-Institut Kairo und der Beursschouwburg. Unterstützt wird das Projekt durch die Flämische Gemeinschaftskommission (VGC), die Hauptstadtregion Brüssel, das Missy Magazine sowie zahlreiche lokale Partnerinnen und Partner aus Belgien und aus den arabischsprachigen Ländern.

Kontakt:

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
hannah.cuvalo@goethe.de

 

Cristina Nord
Leiterin Kulturprogramm
Südwesteuropa
Goethe-Institut Brüssel
Tel.: +32 2 2352638
cristina.nord@goethe.de

 

Johanna M. Keller
Leiterin Kulturprogramm
Nordafrika/Nahost
Goethe-Institut Kairo
Tel.: +20 2 25759877
johanna.keller@goethe.de