Schulbuchwerkstatt: Rassismus-kritische Perspektiven auf Schul- und Kinderbücher

Dienstag, 8. Mai 2018, 17-20.30 Uhr

ifa-Galerie Berlin
Linienstr. 139/140
10115 Berlin

Foto: (c) ifa Pressemitteilung

 

Woche 2: RE-LEKTÜREN

In Woche 2 beschäftigen wir uns mit (Un-)Lesbarkeiten und Gegenlektüren. Im Experiment mit Strategien des Zwischen-den-Zeilen-Lesens, Markierens, Ausradierens und Überschreibens erproben wir den emanzipatorischen Umgang mit dem Wissenskanon, der in Schul-und Kinderbüchern vermittelt wird.

Dienstag, 8. Mai 2018, 17-20.30 Uhr

Schulbuchwerkstatt: Rassismus-kritische Perspektiven auf Schul- und Kinderbücher

Im Sommersemester 2017 widmete sich Untie to Tie gemeinsam mit dem Institut für Kunst im Kontext/ Universität der Künste Berlin in einem Seminar der kritischen (Re-) Lektüre von Schul- und Kinderbüchern. Im Dialog mit Expert*innen, in Workshops und persönlichen Recherchen setzten sich die Studierenden mit folgenden Fragen auseinander:

Welche Bild- und welche Sprachpolitiken herrschen in Schul- und Kinderbüchern? Wer spricht wie über wen und was? Wie können wir uns kolonialen, rassifizierenden oder segregierenden Weisen der Darstellung bewusst werden? Und wie können wir ihnen begegnen? Welche Möglichkeiten der Kritik gibt es? Und welche Handlungsstrategien können entwickelt werden?

In einem experimentellen Format aus Praxis und Reflexion laden Teilnehmer*innen des Seminars und Expert*innen das Galeriepublikum, Lehrer*innen, Schüler*innen und Vermittler*innen ein, in einen Erfahrungsaustausch zu treten.

17.00 – 18.45 Uhr: Praxis – Künstlerischer Workshop

Anhand eines aktuellen Deutsch-Schulbuchs aus einer Grundschule in Berlin unterzieht Merih Ergün (Phoenix e.V.) die Geschichte von „Vimala – Du gehörst zu uns“ einer rassismus-kritischen Analyse. Im Anschluss nähern wir uns mitgebrachten und gesammelten Schul- und Kinderbüchern mit Fragen zu den eingeschriebenen Repräsentations- und Wissenspolitiken. Ausgestattet mit Schere, Tipp-Ex, Marker und Kopierer wollen wir das Material neu betrachten, gegen den Strich lesen, mit künstlerischen Strategien dekonstruieren und umgestalten. Teilnehmende sind eingeladen, eigene Schulbücher mitzubringen!

Um Anmeldung wird gebeten bis 4. Mai 2018 an: kunstvermittlung@ifa.de, 030 2844 9140

19.00 – 20.30 Uhr: Reflexion

Der zweite Teil des Abends legt den Schwerpunkt auf Möglichkeiten der Kritikformulierung und Strategieentwicklung im rassismus-kritischen Umgang mit Schulbüchern. Merih Ergün (Phoenix e.V.). spricht aus der Perspektive eines Anti-Rassismus-Trainers von seinen Erfahrungen als Vater von zwei schulpflichtigen Kindern und teilt Möglichkeiten für rassismussensible Strategien in Bezug auf Bildungsmaterial im Kontext Schule.

Merih Ergün ist Trainer für Phoenix Anti-Rassismus und Empowerment Trainings sowie Vater von zwei schulpflichtigen Kindern. Er ist in Berlin geboren; Deutscher mit einem alevitisch-türkisch-islamischen Hintergrund. Merih Ergün ist im Bereich der politischen Bildungsarbeit als Trainer, Moderator und Prozessbegleiter tätig.

Die Schulbuchwerkstatt wurde von Gregor Kaspar, Rosanna Lovell, Annika Niemann und Moritz Scheuermann in Resonanz auf das Seminar zur kritischen (Re-) Lektüre von Schul- und Kinderbüchern am Institut für Kunst im Kontext/ Universität der Künste Berlin (2017) konzipiert.