„Radical Discounts“ Künstlergespräch mit Jace Clayton

Donnerstag, 12. Juli 2018, 19 Uhr

ifa-Galerie Berlin, Linienstr. 139/140, 10115 Berlin

Was ist, wenn das radikale Potenzial (so denn vorhanden) von Musik nicht in ihrer Aufführung und ihrem Konsum besteht, sondern darin, ob sie archiviert wird oder nicht? Jace Clayton (New York), Künstler und Autor, auch bekannt als DJ/rupture, wird diesem Gedanken anhand verschiedener Beispiele von der konzeptuellen Feindseligkeit Julius Eastmans und Lee Lozanos bis zur black radicality im Zeichen des Markensponsorings nachgehen.

(c) Erez Avissar

In der Ausstellung For the Record ist Jace Clayton mit seinem interdisziplinären Projekt Sufi Plug Ins vertreten, eine Musiksoftware, die auf nicht-westlichen Klangkonzepten und alternativen Schnittstellen basiert und somit in die bestehende westliche Ausrichtung der Musikproduktion interveniert.

Mit seinem interdisziplinären Ansatz untersucht Clayton das Zusammenspiel von Klang, Erinnerung und öffentlichem Raum, insbesondere in einkommensschwachen Communitys und im Globalen Süden. Sein Buch Uproot: Travels in 21st Century Music and Digital Culture erschien kürzlich bei dem New Yorker Verlag Farrar, Straus and Giroux. Zu seinen jüngsten Projekten gehören Sufi Plug Ins; Raum 21, eine abendfüllende Komposition für 20 Musiker, die an der Barnes Foundation aufgeführt wurde und das Julius Eastman Memorial Dinner, ein Performance-Stück für Flügel, elektronische Musik und Gesang. Als DJ /rupture veröffentlichte er mehrere erfolgreiche Alben und moderierte fünf Jahre lang eine wöchentliche Radiosendung auf der WFMU. Claytons arbeitete mit den Filmemachern Jem Cohen und Joshua Oppenheimer zusammen, mit der Dichterin Elizabeth Alexander, der Sängerin Norah Jones und dem Gitarristen Andy Moor (The Ex). Er ist seit 2014 Gastdozent des Nannerl Keohane Distinguished Visiting Professorship an der Duke University und Mitglied  der New York Foundation for the Arts Nonfiction Literature. 2013 war er Stipendiat der Creative Capital Performing Arts und Preisträger einer Stiftung für zeitgenössische Kunst. Im Jahr 2013 schloss er sich der Fakultät für Musik/Ton des MFA-Programms des Bard College an und er war Artist-in-Residence beim Lower Manhattan Cultural Council, bei Eyebeam Art + Technology Atelier und USC Annenberg / Getty Arts Journalism Fellow. Clayton ist in über drei Dutzend Ländern aufgetreten und hielt Künstlergespräche in zahlreichen Museen, Universitäten und anderen Institutionen.

Eine Veranstaltung der Ausstellung: Untie to Tie „For the Record“ vom 2.6. – 30.9.2018

Mit Vivian Caccuri, Jace Clayton, Geraldine Juárez, Christine Sun Kim und Julio César Morales mit Discos Unicornio.

Die Ausstellung For the Record präsentiert Künstler*innen, die Musik als diskursiven Raum verstehen, innerhalb dessen eigene Erfahrungen artikuliert und gesellschaftliche Verhältnisse unter den fortdauernden kolonialen, imperialen und kapitalistischen Bedingungen behandelt werden.

Kuratiert von Bhavisha Panchia, sie ist Stipendiatin des Programms „Curators in Residence“ der KfW Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa).

Weitere Informationen und das detaillierte Programm finden Sie unter: www.untietotie.org