Pressemitteilung des Goethe-Instituts vom 5. Juli 2018

Die „Museumsgespräche“ erörtern die Zukunft von Museen in Afrika

Museen in Afrika befinden sich in einem Wandlungsprozess. Direktorinnen und Kuratoren der neuen Generation hinterfragen kritisch bestehende Sammlungen und althergebrachte Ausstellungs- und Präsentationsformen. Mit der Reihe „Museumsgespräche“ bringt das Goethe-Institut internationale Akademiker, Museumsexpertinnen und Kuratoren zusammen, um aus postkolonialer Perspektive über die Zukunft afrikanischer Museen zu diskutieren. Am 9. Juli 2018 startet die Reihe in Kigali, an der die Ethnologin und Expertin für Raubkunst Anna-Maria Brandstetter, die tansanische Kuratorin Flower Manase sowie der Direktor des Museumsverbands von Namibia Jeremy Silvester teilnehmen. Bis November finden weitere Gespräche in Namibia, Ghana, Nigeria, Tansania und der Demokratischen Republik Kongo statt.

 

Weltweit wandelt sich der Museumsbegriff von der reinen Darstellung der Vergangenheit zu einer stärkeren Einbeziehung von Gegenwart und Zukunft. Gleichzeitig spielen Museen als Institutionen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Kunst- und Kulturszene eines demokratischen Staates. In vielen afrikanischen Städten ist das zeitgenössische Kunstschaffen eher unterrepräsentiert, Museen werden kaum von der lokalen Bevölkerung wahrgenommen oder als Räume des Dialogs verstanden. Dabei ist die Frage über die Gestaltung eines zeitgemäßen, postkolonialen Museums untrennbar mit dem Fortwirken der westlichen Kolonialvergangenheit verbunden. In den „Museumsgesprächen“ des Goethe-Instituts, die von Juli bis November in verschiedenen afrikanischen Städten stattfinden, beschäftigen sich Kulturschaffende und Museumsexperten gemeinsam mit Zukunftsmodellen für Museen südlich der Sahara.

Den Auftakt macht am 9. Juli 2018 das „Museumsgespräch“ in Kigali, in dem unter anderem die Ethnologin und Expertin für Raubkunst Anna-Maria Brandstetter, die tansanische Kuratorin Flower Manase und der Direktor des Museumsverbands von Namibia Jeremy Silvester und ruandischen Partnern über das Museum als Ort des Dialogs und Engagements diskutieren. Wie kann man die Öffentlichkeit näher an die Museen heranführen und afrikanische Museumsakteure stärker miteinander vernetzten, um einen Diskurs über neue Museumskonzepte zu initiieren? Darüber hinaus geht es um Ausstellungsmöglichkeiten und die Rückführung von Objekten, die während der Kolonialzeit enteignet wurden und sich derzeit in ausländischen Museen befinden.

Vom 30. bis zum 31. August 2018 findet das zweite Symposium in Windhoek statt. Es besteht aus einem öffentlichen Teil mit einer Führung durch das Independence Memorial Museum, einer Performance und einem Vortrag von Ciraj Rassool von der University of the Western Cape über Zukunftsvisionen afrikanischer Museen sowie einem nicht öffentlichen Teil, bei dem Museumsexpertinnen aktuelle Ausstellungskonzepte im südlichen Afrika hinterfragen.

In Ouagadougou treffen vom 2. bis zum 4. Oktober in Kooperation mit dem burkinischen Nationalmuseum und dem West African Museums Programme (WAMP) Vertreterinnen der burkinischen Museumslandschaft und Wissenschaft sowie eingeladene Expertinnen und Experten aus Deutschland und der Region Subsahara-Afrika aufeinander, um sich über die aktuelle Situation und die zukünftigen Herausforderungen der Museen in Subsahara-Afrika auszutauschen. Am 22. und 23. Oktober 2018 wird in Kinshasa über zukünftige Ausstellungformen in den jeweiligen Ländern diskutiert. Weitere Symposien zu Museumskonzeptionen finden im Oktober und November 2018 in Accra, Lagos und in Daressalam statt. Anfang 2019 werden die Ergebnisse aller Symposien in einer regionalen Konferenz zusammengeführt.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.goethe.de/namibia

Die „Museumsgespräche“ sind eine Projektreihe der Goethe-Institute in Afrika südlich der Sahara und finden an den beteiligten Standorten in Zusammenarbeit mit dortigen Nationalmuseen, Ministerien und der UNESCO statt. Sie bieten Raum für die Initiierung eines innerafrikanischen Diskurses.

Kontakt:

Daniel Stoevesandt
Institutsleiter
Goethe-Institut Windhoek
Daniel.stoevesandt@goethe.de

Viola Noll
Stv. Pressesprecherin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
noll@goethe.de