Live-Radioinszenierung – #LutherLenin – in Prag

2017 jähren sich zwei historische Ereignisse, die einen nachhaltigen Einfluss auf das damalige Weltbild hatten: Luthers Thesenanschlag und die russische Oktoberrevolution. Doch welche Relevanz haben die beiden historischen Zäsuren im Zeitalter sozialer Netzwerke und Hashtags? Über diese Frage diskutieren internationale Gäste wie der Ökonom Tomáš Sedláček, die documenta-Künstlerin Anna Daučikova oder der Netzaktivist Krystian Woznicki auf dem Theoriefestival „#LutherLenin. Eine Sendung“ in Prag. Vom 2. bis 3. Dezember werden die Gespräche und Vorträge in einer 36-stündigen Radioinszenierung live übertragen auf www.lutherlenin.com.

1517 veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen und legte den Gläubigen nahe, in ein selbstverantwortliches Verhältnis zu Gott zu treten. 400 Jahre später, im Jahr 1917, markierte die Oktoberrevolution in Russland den Auftakt zur Entstehung des Sowjetimperiums. Bei beiden Ereignissen spielten nicht nur die jeweils vorherrschenden Medien eine wichtige Rolle, sondern auch die stetige Suche nach den Möglichkeiten eines autonomen Seins des Subjekts, die sich bis heute ungebrochen in den in sozialen Medien fortschreibt.

Dass beide Jubiläen in diesem Jahr zusammenfallen, stellt den Ausgangspunkt für das internationale Theoriefestival „#LutherLenin. Eine Sendung“ dar, das vom 2. bis 3. Dezember in Prag stattfindet – die Stadt, in der für beide historischen Ereignisse die Voraussetzungen geschaffen wurden: mit dem Reformator Jan Hus im 15. Jahrhundert und mit der 6. Allrussischen Konferenz der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und Lenins legendärem Auftritt 1912. In Lesungen, Vorträgen, Gesprächen und Live-Musik reflektiert das Festival die gemeinsamen Elemente und Ideenkonzepte beider Ereignisse. Dabei geht es um die Autonomie des Subjekts und den Einfluss von Medien sowie die Relevanz von Revolutionen in heutigen Zeiten.

Zu den internationalen Gästen zählen u.a. der Berliner Komponist und Performer Nicholas Bussmann mit einer Welturaufführung, die slowakische documenta-Künstlerin Anna Daučiková, der tschechische Starökonom Tomáš Sedláček, Deutschlands größter freier Radiosender Radio Corax, der Medienhistoriker Andreas Bernard, die japanischen Medienaktivisten Sazae-Bot sowie Kurator und Queer-Aktivist Arakis. Neben den Gesprächen gibt es ein Nachtprogramm mit revolutionärer Musik und Tanzmöglichkeiten.

Das Radio bildet das Leitmotiv des Festivals, da es sich als erstes modernes Massenmedium durchsetzen konnte. An beiden Tagen verwandeln sich die Bühnen des Prager Theaters „Studio Hrdinů“ in drei Sendestationen, die jeweils verschiedenen Ausprägungen des Radios nachempfunden sind: der Staats-, der Privat- und der Kommunesender. Alle Programme werden live in den Sprachen Deutsch, Tschechisch und Englisch als Radio #LutherLenin im Internet gestreamt und können so über das Smartphone mitverfolgt werden.

Die Sendungen können Sie live mitverfolgen unter: www.lutherlenin.com

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.goethe.de/lutherlenin
www.studiohrdinu.cz/lutherlenin

Das Festival „#LutherLenin. Eine Sendung“ ist eine Veranstaltung von Studio Hrdinů Prag, dem Goethe-Institut Tschechien und dem Büro für prekäre Konzepte Berlin und Prag.

 

Kontakt:

Viola Noll
Stellv. Pressesprecherin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de

Jakob Racek
Leiter Kulturprogramme
Goethe-Institut Prag
Tel.: 00420 221 962 212
jakob.racek@prag.goethe.org