Jugendaktive der deutschen Minderheiten starten durch

Angehörige der deutschen Minderheiten aus dem östlichen Europa, Russland und Zentralasien erarbeiten auf internationaler Jugendkonferenz Zukunftsperspektiven für die Jugendarbeit

Berlin, 14.11.2018 – Junge Menschen in ihrem ehrenamtlichen Engagement zu stärken war das Ziel der internationalen Jugendkonferenz „gemeinsam durchstarten“. 50 in der Jugendarbeit ehren- und hauptamtlich Aktive der deutschen Minderheiten aus Kasachstan, Kirgisistan, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine und Ungarn kamen auf Einladung des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) vom 8. bis 11. November 2018 nach Berlin.

Die Teilnehmenden entwickelten Lösungen, wie man mit modernen, außerschulischen Bildungsangeboten sowohl den Deutschunterricht als auch die Jugendarbeit der Verbände noch attraktiver macht. Einig waren sich die Teilnehmenden darüber, dass aufgrund der schwindenden Mitgliederzahlen die Vernetzung auf europäischer Ebene an Bedeutung gewinnt. Zum Beispiel schlugen sie vor, erfolgreiche Jugendangebote wie das Sommercamp des ifa und des Goethe-Instituts in Zukunft nicht nur für Jugendliche, sondern auch für junge Erwachsene aus den deutschen Minderheiten anzubieten.

Ronald Grätz, Generalsekretär des ifa, zeigte sich von den Jugendaktiven fasziniert: „Die Jugendlichen der deutschen Minderheiten haben den Mut, Veränderungen nicht nur zu denken, sondern auch umzusetzen. Durch ihre eigenen Erfahrungen stehen sie für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Ihre Bedeutung dürfen wir gerade angesichts der sich verändernden politischen Rahmenbedingungen im östlichen Europa nicht unterschätzen.“

Die Chance zur Vernetzung bot sich schon während der Konferenz: Bernard Gaida und Renata Trischler, Sprecher und Koordinatorin der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten (AGDM) waren ebenfalls zu Gast auf der Konferenz. Vertreterinnen und Vertreter der für die Minderheitenförderung zuständigen Institutionen aus Deutschland – Raban Richter vom Auswärtigen Amt und Norbert Wagner vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und als eine der Mittlerorganisationen das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) informierten sich über die Wünsche der Jugendaktiven und deren Ideen für die Zukunft. Exkursionen führten die Teilnehmenden zur „Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV)“, zur „Deutschen Jugend in Europa (djo)“ sowie zum Netzwerk „MitOst“.

Die Konferenz wurde vom Auswärtigen Amt gefördert.

Über das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) ist die älteste deutsche Mittlerorganisation und feierte 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Es engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen.  Seine Programme verfolgen fünf Kernthemen: Kunst- & Kulturaustausch, Dialog der Zivilgesellschaften, Flucht & Migration, Kultur & Konflikt und Europa. Das ifa fördert den Kunst- und Kulturaustausch in Ausstellungs-, Dialog- und Konferenzprogrammen und agiert als Kompetenzzentrum der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Es ist weltweit vernetzt und setzt auf langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Mit seinem Bereich Integration und Medien unterstützt das ifa seit den Neunzigerjahren die deutschen Minderheiten in Mittelosteuropa, Südosteuropa und in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten dabei, als zivilgesellschaftliche Akteure und Brückenbauer zu wirken und sich professionell zu positionieren. Um dies zu gewährleisten, müssen die richtigen Voraussetzung geschaffen werden: die Minderheiten müssen sowohl institutionell als auch personell gut aufgestellt sein, selbstbewusst auftreten, gesellschaftlich anerkannt sein und über attraktive Programme verfügen.

Das ifa wird gefördert vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart.

Pressekontakt:
Miriam Kahrmann
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