Große Denker für deutsche Universitäten: Verleihung der Anneliese Maier-Forschungspreise am 12. September 2018 in Berlin

Anneliese Maier,
Foto: Archiv der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin-Dahlem

 

Acht internationale Spitzenforscherinnen und -forscher aus den Geistes- und Sozialwissenschaften erhalten je 250.000 Euro für Forschungskooperationen mit Fachkollegen in Bamberg, Berlin, Duisburg/Essen, Dresden, Gießen, Göttingen, Halle (Saale) und Hamburg.

Emotionsforschung, interkulturelle Kommunikation und Mehrsprachigkeit oder Fragen der Geschlechterforschung: Geistes- und Sozialwissenschaftler beschäftigen sich mit Themen, die Menschen bewegen und zentral für unsere Gesellschaften sind. Um in diesen wichtigen Wissenschaften internationale Kooperationen zu fördern, vergibt die Alexander von Humboldt-Stiftung die Anneliese Maier-Forschungspreise, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert werden.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Thomas Rachel und Enno Aufderheide, Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, verleihen die Preise am 12. September.

In diesem Jahr erhalten acht herausragende Forscherpersönlichkeiten die mit jeweils 250.000 Euro dotierten Preise, um ihre Kooperationen mit deutschen Gastgebern bis zu fünf Jahre lang zu fördern. Sie werden mit Fachkollegen an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Bamberg, Berlin, Duisburg/Essen, Dresden, Gießen, Göttingen, Halle (Saale) und Hamburg kooperieren.

Die Preisverleihung findet im Rahmen eines Fachkolloquiums statt (11. und 12. September), an dem neben den Preisträgerinnen und Preisträgern und deren deutschen Kooperationspartnern rund 100 weitere deutsche und internationale Geistes- und Sozialwissenschaftler teilnehmen.

Hinweis für die Presse:

Journalisten sind herzlich eingeladen! Akkreditierungen, inklusive Kopie des gültigen Presseausweises, bitte bis Dienstag, 11. September 2018, 12:00 Uhr, per E-Mail an presse@avh.de

Preisverleihung:

Zeit: Mittwoch, 12. September 2016, um 19:15 Uhr
Ort: Auditorium Friedrichstraße – Quartier 110, Friedrichstraße 180, 10117 Berlin

Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick:

Douglas Cairns…

aus dem Vereinigten Königreich gilt als international führender Experte für die Emotionsforschung. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf dem sprachlichen Umgang mit Emotionen in antiken Texten. An der Technischen Universität Dresden soll Cairns die historische Emotionsforschung in Deutschland stärken.

José Maurício Domingues

aus Brasilien ist Soziologe und einer der wichtigsten zeitgenössischen Theoretiker des Fachs. Für seine Untersuchungen der globalen Moderne aus zivilisationsvergleichender Perspektive verbindet er theoretische Debatten aus dem englischen, französischen und dem deutschen Sprachraum. Ziel der Kooperation mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung und dem Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin ist die Analyse der politischen Moderne aus historischer und vergleichender Perspektive.

Pascal Mamassian…

aus Frankreich zählt zu den international führenden Experten für die visuelle Wahrnehmung. Er erforscht beispielsweise, welche Bedeutung Lichtrichtung und Schattenwurf für die räumliche Wahrnehmung haben. Aktuell beschäftigt er sich mit multimodaler Wahrnehmung und der Wahrnehmung von Dreidimensionalität. An der Universität Gießen soll Mamassian die experimentelle Forschung seiner Disziplin stärken und internationalisieren.

Alan Mikhail

aus den USA gilt als Pionier der Nahostgeschichte. Er verbindet die Forschung zur Geschichte des Nahen Ostens mit der Umweltgeschichte und erschließt so gänzlich neue Felder. An der Universität Bamberg soll Mikhail der hiesigen Forschung zu Umwelt- und Osmanischer Geschichte Aufschwung verleihen und ihre internationale Sichtbarkeit stärken.

Ingrid Piller…

(Foto Marcin Debski)

aus Australien ist Spezialistin für interkulturelle Kommunikation und Mehrsprachigkeit. Der Fokus ihrer Forschung liegt auf den sozialen Konsequenzen linguistischer Diversität. Sie untersucht zum Beispiel die Chancen von Mehrsprachigkeit für die gesellschaftliche Teilhabe. An der Universität Hamburg wird Piller die Forschungen zu Mehrsprachigkeit, Spracherwerb und Spracherziehung mit ihrer internationalen Expertise erweitern.

Annelise Riles…

aus den USA ist Grenzgängerin zwischen Rechtswissenschaft und Ethnologie. Sie untersucht etwa die Beziehungen zwischen internationalem Privatrecht, der Regulierung von Finanzmärkten und Zentralbankenwesen und setzt diese Themen in Bezug zu kultureller Diversität, Menschen- und Frauenrechten. In Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale) soll Riles die in Deutschland noch rechte junge Rechtsanthropologie stärken.

Sylvia Walby…

aus dem Vereinigten Königreich ist eine international führende Expertin zu Themen sozialer Ungleichheitsverhältnisse in Gegenwartsgesellschaften, insbesondere in Bezug auf Gender und Geschlecht. Sie erforscht beispielsweise die Auswirkungen der Finanzkrise oder Globalisierung, Themen wie Gewalt und Menschenhandel und wirkt weit über die Gender Studies hinaus in die Sozial- und Gesellschaftswissenschaften hinein. An der Universität Duisburg-Essen soll Walby zur weiteren Internationalisierung der hiesigen sozialwissenschaftlichen Geschlechterforschung beitragen.

Wang Hui

aus China zählt zu den einflussreichsten Intellektuellen Chinas und gilt als einer der wichtigsten Experten für die chinesische Geistesgeschichte. Er betrachtet die Geschichte seines Landes nicht insular, sondern im weiteren asiatischen und globalen Zusammenhang. An der Universität Göttingen soll Hui die Sinologieforschung zu Themen wie der Globalisierung oder dem Aufstieg Chinas insgesamt um eine chinesische Perspektive erweitern.

Der Preis ist nach der deutschen Philosophin und Wissenschaftshistorikerin Anneliese Maier (geb. 1905 in Tübingen, gest. 1971 in Rom) benannt.