Donnerstag, 16. November, 19.30 Uhr
ifa-Galerie Berlin, Linienstr.139/140, 10115 Berlin

Gallery Reflection #3
Art and (New) Intersectional Feminisms – Kunst und (neue)
intersektionale Feminismen

Ein Gespräch zwischen Federica Bueti (Autorin und Redakteurin, SAVVY Contemporary), Alanna Lockward (Autorin, Filmemacherin, BE.BOP-Kuratorin), Kathy-Ann Tan (Amerikanist*in, Berlin) und Jonas Tinius (Anthropologe, CARMAH/HU Berlin)

Intersektionaler Feminismus beschreibt und untersucht, wie strukturelle, allgemeine und subjektive  Überschneidungen von Diskriminierungsformen aufgrund von Rasse, Klasse, ethnischer Zugehörigkeit, Religion und Gender die Erfahrungen von Frauen und Trans*Personen prägen. Wie reflektieren, artikulieren und kritisieren künstlerische Praktiken diese politische Position? Worin besteht das Erbe seinerzeit ausschlaggebender intersektionaler Diskurse des Schwarzen Feminismus und Aktivismus (Kimberlé Crenshaw) und welchen Einfluss haben sie auf aktuelle Generationen von Künstler*innen, Aktivist*innen und Akademiker*innen? Welche Rolle spielt die Kunst bei der Suche nach einer intersektionalen feministischen politischen Ökonomie? Bei der dritten Veranstaltung im Rahmen der Reihe Gallery Reflections diskutieren wir über das Verhältnis von Kunst und intersektionalem Feminismus im Kontext der Ausstellung Every Mask I Ever Loved der nigerianisch-amerikanischen Künstlerin Wura-Natasha Ogunji.

Die Autorin und Herausgeberin Federica Bueti lebt in Berlin und forscht über feministische Politiken und Ökonomien des Schreibens. Sie ist Herausgeberin von …ment, Journal for Contemporary Culture, Art and Politics (www.journalment.org) und gehört zum Kurator*innen-Team von SAVVY Contemporary, wo sie Co-Kuratorin der Reihe Speaking Feminism rund um aktuelle feministischer Praktiken und Zusammenschlüsse ist. Gegenwärtig promoviert sie über Critical Writing in Art am Royal College of Art in London.

Alanna Lockward ist eine dominikanisch-deutsche Autorin, Kuratorin und Filmemacherin. Sie ist Gründungsdirektorin der Art Labour Archives, einer einmaligen Plattform für die Verschmelzung von Theorie, politischem Aktivismus und Ästhetik. Weiterhin erforscht sie, wie das Phänomen der marronage, der Flucht karibischer Sklav*innen, auf diskursiver und mystischer Ebene in zeitbasierten Praktiken, kritischer Rassentheorie, dekolonialen Ästhetiken/dekolonialer Ästhesie, Schwarzem Feminismus und womanistischen Ästhetiken fortwirkt.

Kathy-Ann Tan lebt in Berlin. Sie erlangte ihren Doktor der Amerikanistik an der Universität Tübingen, wo sie sich auch habilitierte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind postkoloniale und dekoloniale Studien, kritische Rassentheorie sowie Citizenship, Gender und Queer Studies, Dichtung und visuelle Kultur. Gegenwärtig ist sie Gastprofessorin für Amerikastudien an der Universität Paderborn. Im Rahmen ihres aktuellen Forschungsprojekts The Aesthetics of Decolonization: Performance, Affect and Visual Perception untersucht sie, wie die beherrschenden Narrative der westlichen Moderne in Performancekunst und visueller Kultur, sowie im Rahmen kulturellen Praktiken und innerhalb von gesellschaftlichen Gebilden, kritisch hinterfragt, analysiert und neu verhandelt werden.

Jonas Tinius ist Kunstanthropologe und Post-doctoral Research Fellow des Centre for Anthropological Research on Museums and Heritage am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin. Im Rahmen seines aktuellen Forschungsprojekts untersucht er, wie sich in Berlin arbeitende Kurator*innen Fragen von Andersheit und Differenz nähern. Er ist Leiter des Netzwerks Anthropology and the Arts der European Association of Social Anthropologists (mit Roger Sansi, Barcelona). www.jonastinius.com

Veranstaltung in englischer Sprache

Gallery Reflections ist eine Veranstaltungsreihe mit Diskussionen über Institutionen und kuratorische Praktiken moderiert von dem Anthropologen Jonas Tinius im Rahmen von Untie to Tie – Koloniale Vermächtnisse und zeitgenössische Gesellschaften.
www.untietotie.org