Eröffnung der Ausstellung „Günter Grass – Encontros“

Der deutsche Nobelpreisträger Günter Grass war ein Liebhaber Portugals. Die Ruhe in seinem Feriendomizil an der Algarve inspirierte ihn zu zahlreichen Aquarellen, Zeichnungen und Texten. Die dort entstandenen Arbeiten zeigt das Goethe-Institut nun zusammen mit der Günter und Ute Grass Stiftung und dem Lübecker Günter Grass-Haus ab dem 2. März 2018 in der Ausstellung „Encontros“ („Begegnungen“) im Casa-Museu Guerra Junqueiro in Porto.

Porto
2. März bis 23. September 2018

Im Mai 1976 kam der Schriftsteller, Bildhauer und Maler Günter Grass zum ersten Mal für einige Lesungen nach Portugal, ab 1981 unternahm er erste private Reisen. Besonders die südlich gelegene Algarve begeisterte Grass, sodass er kurz darauf mit seiner Frau Ute ein kleines Haus kaufte. Anfangs kamen die beiden oft begleitet von Kindern und Enkeln nach Portugal, später kamen sie zweimal im Jahr, um den kalten Jahreszeiten in Deutschland zu entkommen. Hier fand Grass jene Ruhe, die er in Deutschland häufig vergeblich suchte.

Portugal als künstlerische Inspiration

Muscheln, Federn und Steine von den Stränden der Algarve fanden Eingang in Zeichnungen, Aquarelle, Plastiken und Manuskripte. Auch die Rede, die er 1999 anlässlich der Verleihung des Literatur-Nobelpreises in Stockholm hielt, hat er in Portugal fertiggestellt. Gegen Ende seines Lebens bedauerte Grass, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nach Portugal reisen konnte. In seinem letzten Buch „Vonne Endlichkait“ schreibt er: „Ach, mein verlorenes Portugal, wie fehlt mir // Deine südwestliche Küste.“

Eine Ausstellung, die Grass´ künstlerische Vielfalt widerspiegelt

Diese Liebe zu Portugal dokumentiert nun die Wanderausstellung „Encontros“ in Portugal. Am 2. März 2018 wird sie im Casa-Museu Guerra Junqueiro in Porto eröffnet. Zuvor besuchen der portugiesische Staatspräsident Marcelo Nuno Duarte Rebelo de Sousa und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Ausstellung im geschlossenen Rahmen. Als literarische Ehrengäste reisen zwei mit Günter Grass gut bekannte Autoren an: Katja Lange-Müller und Tilman Spengler. Sie gehören zu dem Kreis, der sich, angeregt durch Günter Grass, seit 13 Jahren in wechselnder Besetzung für ein Winterwochenende zum „Lübecker Literaturtreffen“ versammelt. Nach der Begrüßung und einer kurzen Einführung in die Ausstellung werden einige Gedichte von Günter Grass vorgetragen. Bis zum 23. September 2018 ist die Ausstellung noch in Porto zu sehen, danach zieht sie weiter nach Lissabon.

„Encontros“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Goethe-Instituts Portugal mit der Günter und Ute Grass Stiftung und dem Lübecker Günter Grass-Haus. Förderer sind die Stiftung der Bartholomeus-Brüderschaft in Lissabon, die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Lissabon, die Kommunen der beteiligten Orte und das Familienunternehmen „Niepoort“, das Günter Grass für diese Ausstellung eine Edition ihrer Reihe „Fabelhaft“ gewidmet hat. Das Etikett und das Gesamtkonzept der Ausstellung wurden von dem Grafiker Arne Kaiser gestaltet.

Kontakt

Dr. Jessica Kraatz Magri
Pressesprecherin und Bereichsleitung Kommunikation
Goethe-Institut e.V.
jessica.kraatzmagri@goethe.de

Claudia Hahn-Raabe
Institutsleiterin
Goethe-Institut Portugal
claudia.hahn-raabe@goethe.de