Düsseldorf – Moskau Persimfans-Orchester

Das Persimfans-Orchester aus Moskau | Foto: Ira Polyarnaya
Das Persimfans-Orchester aus Moskau | Foto: Ira Polyarnaya

Im Jubiläumsjahr der Oktoberrevolution bringt die Tonhalle Düsseldorf mit Unterstützung des Goethe-Instituts deutsche Symphoniker mit dem russischen Persimfans-Orchester zusammen. Das Besondere: Die Musikerinnen und Musiker kommen ohne Dirigent aus und spielen in engem Blickkontakt zueinander – ganz nach den Maximen des originalen Persimfans-Orchesters von 1922. Am 7. und 8. Oktober geben die Musiker in der Tonhalle Düsseldorf drei experimentelle Konzerte. Der Gegenbesuch erfolgt am 14. Dezember in der Moskauer Tschaikowsky Concert-Hall.

Düsseldorf, Moskau
7. bis 8. Oktober, 14. Dezember 2017

„Persimfans“ ist die Kurzform des russischen „Perwy Simfonitscheski Ansambl“, das übersetzt  „Erstes symphonisches Ensemble“ bedeutet. Das originale Persimfans-Orchester wurde 1922 in Moskau auf Initiative des Geigenlehrers Lew Zeitlin gegründet – als Experiment in musikalischem Kollektivismus. Die Musiker nahmen die ursprüngliche Bedeutung von „symphonisch“ („zusammenklingend“) und „Ensemble“ („Einheit“) beim Wort, indem sie das in der Kammermusik gängige Prinzip des gleichberechtigten Spiels auf das große Orchester übertrugen. Nach nur zehn Jahren fiel das idealistische Projekt den Repressionen Stalins zum Opfer.

Avantgarde für die Gegenwart

2008 hat sich das Persimfans-Orchester unter dem Pianisten und Klangkünstler Peter Aidu in Russland neu formiert – ganz im Geiste seines historischen Vorläufers. Mit enormem Probenaufwand werden Interpretationen ohne Dirigent erarbeitet, was im Alltag eines Symphonieorchesters kaum umzusetzen ist. Allerdings führen die große Verantwortung jedes einzelnen Musikers und die Notwendigkeit von permanenter Kommunikation untereinander zu einzigartigen Ergebnissen, die eine musikalische Brücke zu Theater und Performance schlagen. So versteht sich das Ensemble vor allem als Art-Group, die neben Konzerten auch interaktive Klangausstellungen und theatral-multimediale Konzepte präsentiert.

Diese experimentelle Klangkunst wird auch am Persimfans-Wochenende zu sehen und zu hören sein, das auf Initiative der Tonhalle Düsseldorf zunächst am 7. und 8. Oktober in Düsseldorf aufgeführt wird. Russische und deutsche Symphonikerinnen und Symphoniker erarbeiten für dieses Austauschprojekt zwei Konzertprogramme. Aufgeführt werden sie im Rahmen der Tonhallen-Reihen „Supernova – neue und neueste Musik“ sowie „Ehring geht ins Konzert“.

Russian Revolution reloaded

Das Repertoire der Musikerinnen und Musiker besteht ausnahmslos aus Werken, die auch vom ersten Persimfans-Orchester gespielt wurden. Zudem sind die Interpretationen mit dem Geist der Oktoberrevolution verbunden, die sich 2017 zum hundertsten Mal jährt. Ludwig van Beethoven – dessen Ouvertüre zu „Egmont“ auf dem Programm steht – war der Lieblingskomponist von Lenin. Josef Schillinger (Symphonische Rhapsodie „Oktober“) wirkte als dessen offizieller Staatskomponist. Zu Gehör kommen aber auch unbekanntere Komponisten der russischen Avantgarde wie Ivan Wyschnegradsky oder Aleksei Kruchenykh. Wichtige Elemente der Konzerte werden auch eine Reihe von Klanginstallationen und musikalisch-theatralischen Aktionen sein, die den anarchischen Geist der Zeit repräsentieren.

Im Winter 2017 findet schließlich der Gegenbesuch der Düsseldorfer Symphoniker in der Moskauer Tschaikowsky Concert-Hall statt. Das Konzert am 14. Dezember vereint die Höhepunkte der beiden Düsseldorfer Aufführungen. Ausführlich vorgestellt wird das Persimfans-Projekt in einem Pressegespräch am Mittwoch, den 5. Oktober, um 13 Uhr im Foyer der Tonhalle Düsseldorf.

Die gemeinschaftlichen Konzerte von Persimfans und den Düsseldorfer Symphonikern sind ein Projekt der Tonhalle Düsseldorf in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Moskau. Mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Kunststiftung NRW und der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Kontakt

Viola Noll
Stellv. Pressesprecherin
Goethe-Institut Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
noll@goethe.de

Dr. Uwe Sommer-Sorgente
Leitender Dramaturg
Tonhalle Düsseldorf
Tel.: 0211 8996 188
uwe.sommersorgente@tonhalle.de