Grenzen des Mitleids?
Diskussion in der ifa-Reihe „Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche“

4. Oktober 2017, 19:00 Uhr
Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof
Büchsenstraße 33, 70174 Stuttgart

Mit Nikita Dhawan, Professorin für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck
Elisabeth Conradi, Professorin für Gesellschaftstheorie und Philosophie, Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart

Täglich sterben Menschen auf der Flucht nach Europa. Die europäische Politik fühlt sich bei der Suche nach Lösungen sowohl von rechts als auch von links in Bedrängnis gebracht. Statt Solidarität und gerechter Lastenteilung erleben wir in Europa gegenseitige Schuldzuweisungen und politisches Kalkül. Welche moralische Verpflichtung haben wir, selbst zu handeln und von welchen Gefühlen lassen wir uns dabei leiten?

In der ifa-Reihe „Total Glokal“ spricht Nikita Dhawan über die Bedeutung des Mitleids im Ringen um ein humanes Handeln. Sie wird sich in ihrem Vortrag auch der Frage widmen, ob ein Zusammenhang zwischen kolonialem Erbe und dem Umgang mit Flucht und Migration in der Gegenwart besteht. Was machen wir mit dem Wissen, dass andere Menschen leiden? Ist Mitleid ein politisch verlässliches Gefühl? Was wären postkoloniale Paradigmen für eine ethische Grundstruktur im Umgang mit globalen Problemen der Menschheit?
Im Anschluss hält Elisabeth Conradi einen Impulsvortrag und moderiert die Diskussion mit dem Publikum.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), dem evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof und dem Internationalen Zentrum für Kultur und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart. Sie wird mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und der Stadt Stuttgart durchgeführt.

Nikita Dhawan ist Professorin für Politische Theorie mit thematischer Akzentuierung im Feld der Frauen- und Geschlechterforschung sowie Direktorin der Interfakultären Forschungsplattform Geschlechterforschung: Identitäten – Diskurse – Transformationen an der Universität Innsbruck.

Elisabeth Conradi ist Professorin für Philosophie und Gesellschaftstheorie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart und lehrt am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen. Ihr Forschungsinteresse gilt lokalen und globalen Formen politischen Handelns, Klassikerinnen des politischen Denkens, dem Theorie-Praxis-Verhältnis sowie demokratietheoretischen Fragen: Citoyenneté und Partizipation, Marginalisierung und Exklusion, Deliberation und die Kultur der Debatte. Darüber hinaus analysiert sie das Verhältnis von Ethik und Politik sowie Fragen historischer Verantwortung.

Mehr Informationen zum Termin finden Sie unter www.ifa.de/termine/total-glokal, ein Interview mit Nikita Dhawan unter www.kulturen-des-wir.de

Über „Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche“

„Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche“ ist eine neue Veranstaltungsreihe des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen). Entsprechend des Leitthemas im ifa-Jubiläumsjahr, „Kulturen des Wir“, setzt sich die Reihe mit dem Spannungsverhältnis zwischen inklusiven und exklusiven Formen der Wir-Bildung auseinander. Die eingeladenen Gäste schlagen dabei den Bogen von Baden-Württemberg in andere Regionen der Welt. Die Reihe „Total Glokal. Stuttgarter Weltgespräche“ findet mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und der Stadt Stuttgart statt. Die einzelnen Veranstaltungen werden mit wechselnden Kooperationspartnern durchgeführt.

Über das ifa
Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) feiert 2017 sein 100-jähriges Bestehen.

Deutschlands älteste Mittlerorganisation für auswärtige Kulturbeziehungen wurde im Ersten Weltkrieg, am 10. Januar 1917, als „Werk des Friedens inmitten des Kriegs“ gegründet. www.ifa.de/100
Heute versteht sich das ifa als ein Kompetenzzentrum für internationale Kulturbeziehungen und künstlerische Diskurse. Es bietet umfangreiche Aktivitäten zu Kulturaustausch und ziviler Konfliktbearbeitung an. Grundlage dieser internationalen Ausrichtung ist ein weitreichendes Netzwerk von Partnern im In- und Ausland. Das Leitthema des Jubiläumsjahrs 2017 lautet „Kulturen des Wir“. www.kulturen-des-wir.de

Pressekontakt: Miriam Kahrmann, Tel. 0711.2225.105, Fax 0711.2264.346, presse@ifa.de