Das Auswärtige Amt unterstützt seit 20 Jahren den Erhalt der Tempelanlagen in Angkor

  • Das Zentrum des Reiches der Khmer-Hochkultur lag vom 9.-14. Jahrhundert in Kambodscha. Größter und wichtigster Tempel in diesem Bezirk ist Angkor Wat, der seit 1992 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört und der größte Tempelkomplex der Welt ist. Als herausragendes Symbol für die kulturelle Identität Kambodschas ist Angkor Wat auf der Nationalflagge Kambodschas abgebildet und gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten dieses Landes.

Verwitterungsschäden bedrohen dieses bedeutende kulturelle Erbe der Menschheit. Das Auswärtige Amt unterstützt seit 20 Jahren mit bisher rund 4 Mio Euro durch Konservierungsmaßnahmen der Technischen Hochschule Köln in Kooperation mit kambodschanischen Denkmalschutzbehörde Apsara den Erhalt der Tempelanlagen in Angkor. Das German Apsara Conservation Project (GACP) ist damit das umfangreichste und langjährigste Vorhaben im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts. Durch sein weltweites Engagement für Schutz und Pflege von bedeutendem Kulturerbe leistet Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung kultureller Identitäten, fördert den Wissenstransfer und interkulturellen Dialog.

 

Wertvolle Reliefs sowie Sandstein-, Ziegel- und Stuckdekorationen in der Tempelanlage sind von Verwitterungsschäden bedroht. Die deutschen Konservierungsexperten Prof. Dr. Hans Leisen und Dr. Esther von Plehwe-Leisen der Technischen Hochschule Köln führen seit 1997 mit der kambodschanischen Denkmalschutzbehörde Apsara Maßnahmen zur Dokumentation und Untersuchung der Verwitterungsschäden sowie wissenschaftlich basierte Konservierungsmaßnahmen an den Tempeln durch. Die Erhaltung von Reliefs aus Sandstein, Ziegel und Stuck werden von örtlichen Restauratoren ausgeführt. Hierzu bilden die beiden deutschen Experten kambodschanische Mitarbeiter in Konservierungstechniken und wissenschaftlicher Methodik aus.

Im Rahmen des jährlichen Treffens des International Coordinating Committee (ICC) am 13. und 14. Dezember 2017 in Angkor wird das 20jährige Engagement Deutschlands mit einem Empfang von Botschafter Karsten und Symposium zum German Apsara Conservation Project der beiden Experten Prof. Dr. Leisen und Frau Dr. von Plehwe-Leisen am 15. Dezember 2017 gewürdigt. Während des ICC unterzeichnen Apsara und die TH Köln ein Memorandum of Understanding über die weitere Kooperation, die Mitarbeiter des kambodschanischen Projektteams erhalten Zertifikate über ihre Projekttätigkeit.

Mit dem Kulturerhalt-Programm hat das Auswärtige Amt seit 1981 rund 2.800 Kulturerhalt-Projekte in 144 Ländern unterstützt. Dazu gehören Maßnahmen zum Erhalt historischer Kulturgüter sowie deutschen Kulturerbes im Ausland. Experten, lokale Bevölkerung und Partner vor Ort werden an der Durchführung beteiligt und, wo es möglich ist, in den Bereichen Konservierung, Restaurierung und Digitalisierung ausgebildet.