Außenminister Maas zur Eröffnung des „Thomas Mann House“

19.06.2018

Gestern (18.06.) hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Thomas Mann House in Los Angeles eröffnet. Das Auswärtige Amt hatte das Haus im Herbst 2016 für die Bundesregierung erworben. Die ersten Stipendiaten werden ab August 2018 in Los Angeles leben und arbeiten.

Außenminister Maas sagte dazu heute (19.06.) in Berlin:

„Wir befinden uns in einer für das transatlantische Verhältnis herausfordernden Zeit mit vielen Krisen und Konflikten weltweit, in denen wir eng zusammenstehen müssen. Die USA sind unser wichtigster Partner außerhalb Europas. Nur gemeinsam können wir die Lösung globaler Probleme angehen. Deshalb ist ein intensiver Dialog zu den uns bewegenden Themen so wichtig, gerade auch jenseits der klassischen Diplomatie. Das Thomas Mann House soll in Zeiten, in denen uns manches über den Atlantik hinweg trennt, zu einem Ort des kulturellen und gesellschaftlichen Austauschs für die grundlegenden Themen unserer Zeit werden. Es freut mich sehr, dass Bundespräsident Steinmeier gestern das Thomas Mann House eröffnet hat.“

Foto (c) Andreas Görgen

Hintergrund:

Im November 2016 hat das Auswärtige Amt das Thomas Mann House in Los Angeles erworben. Seither wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt, die Beiratsmitglieder und die ersten Fellows ausgewählt. Das Residenzprogramm wird vom Auswärtigen Amt und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Unterstützung kommt auch von der Berthold Leibinger Stiftung, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sowie der Robert Bosch Stiftung. Auch mit dem Netzwerk des Goethe-Instituts in den USA ist zum Thomas Mann House ein enger Austausch geplant.

Mit dem Haus soll ein Ort entstehen, von dem aus im Geiste Thomas Manns Debatten zu grundlegenden Gegenwarts- und Zukunftsthemen auf beiden Seiten des Atlantiks, auch mit Blick auf die Pazifik-Region, angestoßen werden. In Verantwortung des Villa Aurora & & Thomas Mann House e.V., der in Los Angeles bereits seit 1995 die Künstlerresidenz Villa Aurora im ehemaligen Exildomizil von Marta und Lion Feuchtwanger in Pacific Palisades betreibt und über eine etablierte Infrastruktur vor Ort verfügt, wird im Thomas Mann House ein Residenzprogramm in Form von Fellowships ins Leben gerufen.

Das Fellowship Programm soll Intellektuellen und Denkern aus allen Bereichen der deutschen Gesellschaft, insbesondere aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Medien, Gelegenheit geben, sich mit den großen Fragen unserer Zeit zu beschäftigen und sich mit Persönlichkeiten und Institutionen in den USA auszutauschen und zu vernetzen.

In einer Sonderkuratoriumssitzung am 04. September 2017 wurden die ersten Fellows nominiert: Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Detering, Burghart Klaußner und Prof. Dr.-Ing. Yiannos Manoli. Als Stipendiatin war auch Dr. Sylke Tempel nominiert, die auf tragische Weise im letzten Jahr verstorben ist. Prof. Dr. Frido Mann, der als Enkel von Thomas Mann einen Teil seiner Kindheit in dem Haus verbracht hat, erhält ein „Honorary Fellowship“.

Die Bundesregierung misst dem Dialog mit den USA eine ganz besonders hohe Bedeutung bei. Das gilt für den politischen Dialog mit der Regierung. Das gilt ganz besonders aber auch für den Dialog der Gesellschaften, wie er z.B. durch Intellektuelle, Künstler, Wissenschaftler und Publizisten geführt wird. Ziel der Bundesregierung ist es, dass in den großen Fragen unserer Zeit die deutsche Stimme in den USA noch stärker vernehmbar wird.

Das Auswärtige Amt und die Beauftragte für Kultur und Medien danken allen am Projekt beteiligten Partnern, darunter Villa Aurora & Thomas Mann House e.V., Berthold Leibinger Stiftung, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sowie Robert Bosch Stiftung für die großzügige Unterstützung, durch deren Engagement die Inbetriebnahme des Thomas Mann House möglich gemacht wurde.