Literatur unter Druck: Das Goethe-Institut auf der Frankfurter Buchmesse

Mit einem vielfältigen Programm reflektiert das Goethe-Institut auch auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vom 10. bis 14. Oktober 2018 Herausforderungen unserer Gegenwart. Neben kultur- und gesellschaftspolitischen Symposien sowie Veranstaltungen zum Gastland Georgien wird mit dem „Merck Social Translating Projekt“ des Goethe-Instituts eine neue Form der gemeinschaftlichen Übersetzung erprobt.

 

Frankfurt am Main
10. bis 14. Oktober 2018

Die Frankfurter Buchmesse bietet dem Goethe-Institut jährlich eine Plattform, um die Vielzahl seiner internationalen Projekte und Kooperationen im Bereich Literatur sichtbar zu machen und sie aus deutscher Perspektive in Lesungen und Symposien zur Diskussion zu stellen. Dabei ist das Goethe-Institut auch 2018 mit einer Bandbreite an Veranstaltungen vertreten.

„Social Translating“

Neuland auf dem Feld der digitalen Übersetzung wird beispielsweise mit dem „Merck Social Translating Projekt“ beschritten. Die Goethe-Institute aus den Regionen Ostasien, Südostasien und Südasien experimentieren seit Beginn dieses Jahres mit einer neuen Methode: Zehn Übersetzerinnen und Übersetzer arbeiten auf einer digitalen Plattform in engem Austausch mit dem deutschen Autor Thomas Melle an seinem Roman „Die Welt im Rücken“ und übersetzen ihn auf Bengali, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Marathi, Mongolisch und Vietnamesisch. Gleichzeitig führen sie einen Diskurs über ihre Arbeit am Text. In einer Podiumsdiskussion am 11. Oktober stellen Melle und drei der teilnehmenden Übersetzerinnen und Übersetzer ihre ersten Erfahrungen mit dem Projekt vor (Donnerstag, 11. Oktober 2018, 16.30 bis 17.30 Uhr, Bühne Weltempfang, Halle 4.1, Stand B81).

Herausforderungen für Kunst und Gesellschaft

Besonders im Fokus der diesjährigen Buchmesse stehen die politischen Herausforderungen der Gegenwart und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Kultur. Über „Kunst im Spannungsfeld von Macht und Moral“ diskutiert der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann mit der Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlung Dresden Marion Ackermann, sowie dem Historiker und Journalisten Simon Strauss am 12. Oktober. Aufgegriffen werden etwa Streitfragen um Sexismus in der Malerei, Antisemitismus in der Literatur und Kolonialismus im Museum (Freitag, 12. Oktober 2018, 16.30 bis 17.30 Uhr, Bühne Weltempfang, Halle 4.1, Stand B81).

Unter dem Titel „Politik der Angst: Strategien gegen populistische und antidemokratische Tendenzen“ diskutieren am 13. Oktober der Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert, die US-amerikanische Philosophin Susan Neiman und der deutsche Philosoph Heinz Bude. Im Zentrum steht die Frage, was die Gesellschaft gegen die zunehmende Politisierung der Angst unternehmen kann, die rechten Bewegungen in die Hände spielt (Samstag, 13. Oktober 2018, 10.30 bis 11.30 Uhr, Bühne Weltempfang, Halle 4.1, Stand B81).

Auch die vom Goethe-Institut Kairo initiierte Podiumsdiskussion zum Thema „Zivilgesellschaften unter Druck“ am 14. Oktober beschäftigt sich mit der Frage, welchen Chancen und Risiken Akteure in Politik, Kultur und Gesellschaft ausgesetzt sind und welche Rolle dabei der Einzelne spielt. Antworten auf diese Frage suchen die drei Aktivistinnen und Aktivisten Rana Gaber (Ägypten), Beata Kowalska (Polen) und Zhou Quing (China) (Sonntag, 14. Oktober 2018, 12 bis 13 Uhr, Bühne Weltempfang, Halle 4.1, Stand B81).

Literarische Reise durch Georgien

Eine Reihe von Präsentationen und Programmpunkten widmet sich darüber hinaus dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse, Georgien. Unter anderem wird am 12. Oktober der Sammelband „Georgien. Eine literarische Reise“ im Georgischen Pavillon präsentiert. Deutsche und georgische Autorinnen und Autoren haben dafür das Land literarisch durchstreift und ihre individuellen Perspektiven in einem Reisetagebuch festgehalten (Freitag, 12. Oktober, 15.30 bis 16 Uhr, Georgischer Pavillon, große Bühne).

Vermittlung deutschsprachiger Literatur bei Litrix.de

Dank der Förderprogramme des Goethe-Instituts konnte 2017 die Übersetzung von 237 Titeln in 36 Sprachen unterstützt werden. Das Programm Litrix.de, von 2015 bis 2018 mit einem Schwerpunkt auf der arabischen Welt, hat die Übersetzung von über 60 aktuellen Büchern ins Arabische gefördert, wie Daniel Kehlmanns Roman „Tyll“ oder der Roman „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse. Zum Abschluss des Arabisch-Schwerpunkts findet am 13. Oktober ein Gespräch zum Thema „Im Namen der Menschenrechte: Von Rebellionen und Revolutionen“ mit dem Autor und Publizisten Gero von Randow und dem Journalisten und Übersetzer Samir Grees statt. Ab 2019 widmet sich das Litrix-Programm der Vermittlung deutschsprachiger Literatur ins Griechische (Samstag, 13. Oktober, 13 bis 13.30 Uhr, ARTE-Stand, Halle 4.1, Stand D14).

Das Programm des Goethe-Instituts auf der Buchmesse entstand in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse, dem Auswärtigen Amt, TRADUKI, vhs DVV International, SOVLAB, ARTE, der Frankfurter Verlagsanstalt, dem Georgian National Book Center und Merck.

Kontakt

Dr. Jessica Kraatz Magri
Bereichsleitung Kommunikation und Pressesprecherin
Goethe-Institut e.V.
Tel.: +49 89 15921 249
jessica.kraatzmagri@goethe.de

Heike Friesel
Bereichsleitung Literatur
Goethe-Institut e.V.
Tel.: +49 89 15921 287
heike.friesel@goethe.de